Ein wichtiges Thema der politischen Bildung stand am 17. und 18. Juni 2026 im Mittelpunkt zweier besonderer Schulveranstaltungen an unserer Berufsschule.
Mit Prof. Dr. Florian Gassner von der University of British Columbia in Vancouver konnte die Schule einen ausgewiesenen Experten gewinnen, der an der Hauptstelle in Bad Tölz sowie an der Außenstelle in Wolfratshausen insgesamt rund 200 Schülerinnen und Schülern die Hintergründe und Wirkungsweisen von Antisemitismus näherbrachte. Unter dem Titel „Wie funktioniert Antisemitismus?“ bot der Vortrag den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das leider auch heute noch von großer gesellschaftlicher Relevanz ist.
Zu Beginn erläuterte der Referent die Begriffe „Rassismus“ und „Antisemitismus“ und zeigte Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede auf. Darüber hinaus erklärte er anschaulich, wo die Grenze zwischen sachlicher Kritik an politischen Entscheidungen des Staates Israel und antisemitischen Aussagen verläuft.
Anhand historischer und aktueller Beispiele machte Prof. Dr. Gassner deutlich, wie antisemitische Denk- und Erklärungsmuster entstanden sind und bis in die Gegenwart fortwirken. Er zeigte auf, dass gesellschaftliche Umbrüche und Unsicherheiten häufig den Nährboden für einfache Schuldzuweisungen bilden. Antisemitische Narrative versprechen vermeintlich einfache Antworten auf komplexe Entwicklungen und entfalten gerade dadurch ihre Wirkung.
Die Schülerinnen und Schüler verfolgten die Ausführungen mit großem Interesse.
Im anschließenden Gespräch nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Referenten in den Austausch zu treten.
Die Veranstaltung leistete einen wertvollen Beitrag zur politischen Bildung an unserer Schule. Sie sensibilisierte die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren von Vorurteilen, Verschwörungserzählungen und Menschenfeindlichkeit und stärkte zugleich ihre Fähigkeit, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.
Die Berufsschule Bad Tölz-Wolfratshausen bedankt sich herzlich bei Prof. Dr. Florian Gassner für seinen Besuch und seinen wichtigen Beitrag zu einer offenen, demokratischen und respektvollen Schulkultur.
